Crawler KIDS

Mama und Papa können dem Crawler Nachwuchs nicht immer ein Auto für 500,- Euro oder mehr zukommen lassen, zumal Kinder sich ja öfters in ihren Interessen noch nicht ganz sicher sind. Also schauen wir uns doch mal in dem Einsteigersegment um und finden heraus ob es in der 250 Euroklasse ein gebrauchsfähiges RTR Fahrzeug gibt. Dieses sollte dann im Lieferzustand wirklich fahrbar sein und die Möglichkeit haben das es ausgebaut werden könnte wenn der Nachwuchs das Hobby dann mag. CML Deutschland hat mir einen FTX Outback Fury 4x4 zugesendet.

Fury 4x4 RTR

Fury 1 Der FTX Outback Fury 4x4 ist heute zu seinem Test eingetroffen. Ausgepackt, und eine erste optische Begutachtung des Fury lässt erkennen, dass man sich hier schon einige Gedanken zum Crawlen gemacht hat. Das Erste was man merkt, er ist schön schwer, die Karosserie ist sehr stabil und dick gehalten. Vom Design hat man sich hier an den Jeep Wrangler orientiert, mit bösem Blick vorne und einer Hutze auf der Motorhaube. Auch die Funkfernbedienung macht einen durchaus guten Eindruck und liegt gut in der Hand. Bei einem Straßenpreis von 249,- Euro bekommt man hier ein schönes rundum Paket samt Fahrakku und Ladegerät. Im Zubehörbeutel findet man noch Scheibenwischer und Türgriffe, das ist in diesem Preissegment wirklich klasse, zumal diese wirklich schön gemacht sind. Die Löcher muss man selbst in die Karosserie bohren, das erfreut doch den Modellbauer, weil einfach nur aus der Kiste und fahren wäre langweilig. Das Fahrzeug hat Links aus Aluminium, der Lenkbereich hat einen Panhard und einen Querlenker ebenfalls aus Aluminium. Alle Bauteile sind in den Dimensionen so gearbeitet, dass man sich aus dem gesamten Crawlerbereich im Zubehörmarkt bedienen kann.

Fury 2 Bei der ersten Inbetriebnahme sieht man ein rundum beleuchtetes Fahrzeug, 4 LED's vorne und zwei hinten sorgen dafür, dass man im Gelände von anderen gesehen, aber vor allem, dass man selbst etwas sieht. Auch sind hier alle Kabel, wie es sich gehört, mit Steckern aus dem RC Bereich versehen und was besonders erfreulich ist, der Fahrakku wird mit einem T-Plug verbunden und nicht einem Tamiya Ministecker. Der Akku ist ohne entfernen der Karosserie anschließbar, ebenso ist der Ein/Aus Schalter von unten einfach erreichbar. Im Innenleben finden wir einen 540er T20 Motor, also die normale Größe für Crawlermotoren und, man mag mich für einen Schelm halten, sofort die Idee diesen durch einen schicken Tuningmotor zu ersetzen.

Fahrbericht

Fury 3 Erster Fahrtest in den eigenen vier Wänden auf glattem Untergrund.
Der Wagen ist recht flott unterwegs und etwas nervös am Gashebel. Die Bremse haut gnadenlos rein und der Wagen steht oder rutscht auf dem glatten Boden sofort. Die Federung oder Dämpfung arbeitet gut, der Wagen hat in den Achsen reichlich Verschränkung wobei ein ticken mehr Feinfühligkeit in den Dämpfern nicht schlecht wäre. Der T20 Motor gibt auf alle Fälle ordentlich Gas. Auch optisch ist der Fury sehr ansprechend, er wurde von meinen anderen Fahrzeugen sofort in die Gemeinschaft aufgenommen, und ist im Maßstab von 1:10 richtig gut gelungen. Die Gewichtsverteilung ist recht ausgewogen von vorne nach hinten, allerdings w‰re, gerade im Crawlerbereich, eine Gewichtsbalance zur Vorderachse hin besser gewesen. Wer hier den Akku gegen einen deutlich grösseren tauschen möchte, hat danach eine starke Hecklastigkeit.

Fury 4 Fahren im Aussenbereich.
Der Ausflug auf meiner Crawlerstrecke im Garten zeigte, dass FTX da wirklich einen guten Wagen auf die Räder gebaut hat. Im normalen Gelände, Dreck, Schlamm und nassem Sand fuhr der Wagen recht souverän über die sich vor in den aufbauenden Hindernissen hinweg. Im Steinfeld hingegen stellte ich fest dass der Motor und der Lenkservo zu schwach auf der Brust waren. Ich gebe aber zu, dass ich dem Fury einiges abverlangt habe. Auch mit dem Reifengrip war es auf den nassen Steinen vorbei.
Wenn man irgendetwas negatives sieht, dann der Einschlag der Lenkung, das ist wirklich sehr sehr wenig und man muss ab und an ein paarmal hin und her fahren, um das Hindernis zu umfahren. Für ein Auto in dieser Preisklasse aber wirklich kein Beinbruch, konnte er bei Rest vollkommen überzeugen. Ich habe beschlossen die R‰der noch zu wechseln und einen zweiten Anlauf zu machen.

Mir war sofort klar, dass man hier mit ein paar Handgriffen noch einiges herausholen kann und dann eine schicke Spassmaschine sein Eigen nennt. Dieses Auto wird in meine RC Garage einziehen, nachdem es bei mir in der Tuningwerkstatt war.

Fury 5 Licht und Schatten gibt es natürlich überall und ein paar Dinge, die vielleicht nicht jeden stören sind mir aufgefallen. Ich frage mich, warum ist es nicht möglich die Aufkleber wirklich an die Stelle zu positionieren wo sie auch hingehören, nein ein Fenster muss unbedingt schief aufgeklebt werden damit das auch schön blöd aussieht. Die Verkabelung im inneren ist schon nach dem Chaosprinzip erstellt worden. Liebe Leute, das sind Autos, die im wirklich schwierigen Gelände genutzt werden, Ein kleiner Ast, der sich von unten in die Karo dreht, reißt einem wirklich alles auseinander.
Ansonsten ist das Auto aber wirklich ein klasse Geheimtipp für alle die nicht 600,- Euro oder mehr ausgeben wollen.

Pro und Contra

Positiv

  • sehr guter Preis
  • T-Plug Anschluss für den Fahrakku
  • recht guter Maßstab von 1:10
  • flotter Motor
  • Kugelgelenke aus Aluminium
  • Zubehör kompatibel aus dem Scalerbereich

Negativ

  • Reifen zu hart
  • Aufkleber schief
  • fehlende Stoßstangen Schäkel
  • Verkabelung

Empfehlung? - Ein klares JA.
Für einen Preis von unter 250,- Euro als RTR mit Akku und Lader bekommt man massig viel Spaß und ein schönes Auto. Die Möglichkeit den Wagen weiter auszubauen und sich hier im gesammten Crawler und Scaler Bereich austoben zu können macht den Fury zum Geheimtip für preisbewusste Crawlerfahrer.

Tuning

Nachdem mir klar war, das, am Fury noch einiges zu tunen ist, habe ich mich auch sofort ans Werk gemacht. Als erstes musste der Lenkservo weichen, für ihn kam ein Etronix 21kg/6Volt Servo in den Fury, was ihm in Sachen Lenkung mehr als das Doppelte an Lenkkraft bescheren wird. Auch die Reifen wurden gegen ein paar wirklich weiche und breitere gewechselt. Diese hatte ich noch von einem Umbau auf Alufelgen bei einem anderen Crawler ¸brig. Im Chassis sollte das keine Probleme bereiten, da die Felgen ein grösseres Offset haben und weiter raus stehen.

Auch habe ich den Regler gegen einen HobbyWing 1080 getauscht, einer der besten Regler, den man für Bürstenmotoren kaufen kann. Der 1080 ist deutlich feinfühliger und kann über eine Programmierkarte schnell an die Bedürfnisse angepasst werden. Auch der Motor musste weichen, er bekam einen 540er Tuningmotor mit 35T in sein Chassis transplantiert. Dieser hat zum originalen Motor richtig viel Drehmoment und dreht etwas langsamer, aber wir wollen ja auch crawlen und keine Short-Course-Rennen fahren.

Crawlen kann doch so schön sein. Da wo der Fury im originalen Zustand einfach vor unlösbarem Problem stand fährt er nun kraftvoll hoch. Man hat fast das Gefühl der Fury will einem nun zeigen was wirklich in ihm steckt. Allein die Reifen (wer hat nicht ein paar rumliegen vom tunen eines anderen Crawlers) bewegen den Wagen auf einem anderen Level, die Reifen beissen sich förmlich in den Untergrund. Aber das was wirklich beeindruckt ist der Motor mit seinem enormen Drehmoment und seiner Feinfühligkeit. Das Zusammenspiel zwischen dem 1080er Regler und dem Motor ist erfreulich gut, am Hang steht der Fury wie ein Fels und bewegt sich keinen Millimeter mehr weg.

Am Chassis sollte man ein paar kleinere Arbeiten vornehmen. Der Lenkeinschlag ist doch mehr wie mässig. Un der vorderen Achse befinden sich zwei Anschläge, ich habe echt keine Ahnung warum man diese dort hin gebaut, zumal die Funkfernbedienung auch eine Möglichkeit hat den Servoweg zu begrenzen. Diese Nasen habe ich sofort entfernt und schon sah der Lenkeinschlag bedeutend besser aus. Die beiden Schrauben mit Halbrundkopf wurden auch noch gegen zwei Madenschrauben getauscht. Anschliessend hatte man einen richtig guten Wendekreis und konnte auch engere Kurven im Gelände gut überwinden.

Gibt es etwas Negatives im Vergleich zu vorher? Ja klar man ist 100,- Euro ärmer aber dafür ein durchweg glücklicher Crawlerfahrer. Wer den originalen noch im Kopf hat, rennt nun mit einem rundum Grinsen im Wald herum.

Update mit neuen Dämpfern:
Nachdem die Tuningdämpfer eingebaut waren hat sich das Fahrverhalten um ein vielfaches verbessert. Schönes ansprechen und auch der nötige negativ Federweg machen aus dem Fury nun einen vollwertigen Crawler der sich auch vor den etablierten nicht verstecken muß. Warum man das Fahrzeug nicht von Werk mit diesen Dämpfern ausstattet ist unverständlich.
Die Dämpfer schlagen allerdings auch mit saftigen 60 Euro eine recht ordentliches Loch in die Geldbörse und es wurde nicht mit eingerechnet!

Preise

  • Regler - Hobbywing 1080: 50,-
  • Motor - Etronix Modified 35t: 22,-0
  • Servo Etronix 21.8kg: 29,-
  • Reifen/Felgen - aus meinem Keller vom TRX4: 0,-
  • Dämpfer - FTX Tuning Dämpfer 60,- (nicht mit eingerechnet)

Kosten insgesammt: 101,-
Zugewinn an Fahrspaß: 400%



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